Wie berechne ich mein Honorar?

Wie viel Geld, musst du verdienen, um über die Runden zu kommen? Und wie viel möchtest du idealerweise verdienen, um dir ein schönes Leben zu machen? 10 Euro oder 10.000 Euro? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Hier findest du Tipps zu deinem Stundensatz.

Stundensatz berechnen

Ein Mindest-Honorar zu berechnen, ist recht einfach:

  • Schreib dir alles auf, was du monatlich ausgibst,
  • rechne jährliche Beiträge und geplante Ausgaben auf den Monat herunter,
  • überlege dir, wie viel du für die Steuern, Sozialversicherung und andere Sparziele zurücklegen möchtest,
  • überleg dir, wie viele Stunden du im Monat arbeiten kannst und willst,
  • ziehe Urlaub, Fortbildungen und mögliche Krankheitstage ab,
  • rechne das alles zusammen,
  • teile diesen Betrag durch die Anzahl deiner Arbeitsstunden –
  • tadaaaa! Das ist dein Mindeststundenlohn.

Rechne dabei vor allem am Anfang deiner Selbstständigkeit großzügig, denn meist übersieht man bei der Berechnung wichtige Posten, die sich dann erst im Laufe der Zeit als wichtige Ausgaben oder Sparziele herausstellen. Wenn du von Anfang an mit realistischen Preisen in dein Business startest, kommst du nicht in die Verlegenheit, nachverhandeln zu müssen und kannst dich erstmal in Ruhe eingrooven. Nachjustieren kannst du immer noch.

Zu teuer oder zu günstig

Der Markt ist ehrlich: Wenn es nicht läuft, erkennst du schnell, ob du entweder zu spezielle Dienstleistungen anbietest, zu teuer oder zu günstig bist. Zu günstig? Ja, es ist durchaus möglich, dass du dich unter deinem Wert anbietest. Das ist nicht nur unwirtschaftlich für dich, sondern sendet auch an deine Kunden Signale. Stell dir vor, du willst dir ein neues Auto kaufen. Die meisten Autos in der von dir bevorzugten Klasse kosten etwa 30.000 Euro. Doch eines schönen Tages flattert eine Werbebroschüre in deinen Briefkasten, die ein Auto mit vergleichbarer Ausstattung für 5.000 Euro anbietet – und das für einen Neuwagen. Du würdest sofort zuschlagen, oder etwa nicht?

Nein, denn Studien zufolge werden wir misstrauisch, wenn etwas zu günstig ist. Fällt dir vielleicht bei voller Fahrt der Auspuff ab, weil an wichtigen Schrauben gespart wurde? Genauso ist verhält es sich auch bei deiner Preisgestaltung: Wenn du dich unter deinem Preis verkaufst, werden potenzielle Kunden misstrauisch. Bestenfalls denken sie, dass du noch am Anfang deiner Karriere stehst und deine Ergebnisse noch nicht gut genug sind, um dafür mehr Geld zu verlangen. Durch zu niedrige Preise kann es also sein, dass dir attraktive Aufträge entgehen.

Doch unabhängig von dem, was potenzielle Kunden über dich denken könnten: Du sollst von deiner Arbeit leben können – und dafür musst du realistische Preise ansetzen. Dumping-Preise können dich vielleicht durch dein Studium bringen. Für eine solide Finanzplanung wird es dabei aber nicht reichen. Deshalb: Plane Krankheitszeiten, Urlaub und andere Verdienstausfälle in deine Preisberechnung ein. So kannst du nachhaltig arbeiten und wirtschaften und mit deinem Job glücklich werden.